Die Reise nach Jerusalem Nach Heinrich Heines Jehuda Ben Halevy (1851)

Pia Maria, Tanz und Musik Stefan Liebermann, Schauspieler Thomas Batschelet, Bühnenbild

Mit Tanz, Musik, Sprache und Bühnenbild tauchen Pia Maria, Stefan Liebermann und Thomas Batschelet in Heines traumartigen Phantasie-Exzess über den sephardischen Gelehrten und Lyriker Jehuda Halevi aus dem 11.Jh. Der Abend ist ein Brückenschlag zwischen Europa und Asien, Tradition und Moderne, zwischen Religionen und unseren eigenen Identitäten.

Schwer erkrankt verfasst der Dichter Heinrich Heine 1851 in seiner Pariser "Matratzengruft“ das Gedicht Jehuda Ben Halevy. Hymnisch feiert er in diesem Text den sephardischen Gelehrten und Lyriker Jehuda Halevi (1075-1141), der eine Reise von Spanien nach Jerusalem angetreten haben soll – auf der Suche nach seinen Ursprüngen. Der zum Protestantismus konvertierte Heine schlägt mit diesem Text einen Bogen zurück zum Judentum, dem er sich in seinen letzten Lebensjahren wieder tiefer verbunden fühlte. Sein Text beschwört die Bedingungslosigkeit der Kunst, die Liebe zum Schönen, die Vergänglichkeit von materiellen Werten und die Unrealisierbarkeit von utopischen Entwürfen. In einem Raum, der das Verstreichen der Zeit und die unabwendbare Veränderbarkeit aller Dinge aufgreift, untersuchen die drei Künstler ihre Kunstformen nach Gemeinsamkeiten und Abständen, erfahren Vergangenes, spiegeln Gegenwärtiges und weisen auf Zukünftiges hin.

Pia Maria (Butohtänzerin, Musikerin) vertritt und vermittelt mit leidenschaftlicher Intensität eine Kultur der ‘material entity’ als Bühnensprache. Sie leitet in Biel ein eigenes Bewegungslabor und veranstaltet die Kunstreihe Montags um Sieben. Sie studierte an den Hochschulen für Musik und Theater in Bern, Fribourg und Basel und schloss als Pianistin mit Lehr- und Konzertdiplom ab. In Tokyo studierte sie Tanz bei Kazuo Ohno, Masaki Iwana, Daisuke Yoshimoto und Carlotta Ikeda. Sie lebte als freischaffende Künstlerin mehrere Jahre in Tokyo und in Berlin.

Stefan Liebermann (Schauspieler) studierte Schauspiel in Berlin, arbeitete ab 2009 freischaffend an der Komischen Oper Berlin, dem HAU (Hebbel am Ufer), den Sophiensaelen, dem Theater unterm Dach, dem Theater Baal Novo Offenburg-Strasbourg tätig. 2011-16 arbeitete er am Théâtre de la Grenouille in Biel. Er wirkte 2014 bei einer zweisprachigen Version von Strawinskys Histoire du Soldat mit und 2016 arbeitete mit der Dakshina Daniel Phoenix Singh Dance Company in Washington D.C. 2017 realisierte er mit Ariane Gaffron das interdisziplinäre Projekt Der einzige Ort nach dem Roman von Thomas Stangl. 2019 kam seine Bühnenfassung von Kleists Marquise von O. am Théâtre Populaire Romand in La-Chaux-de-Fonds zur Premiere.

Thomas Batschelet (Filmemacher und Fotograf) machte eine Ausbildung zum Dipl. Maschineningenieur (ETH), gründete eine EDV-Beratung und entwickelte komplexe Programme für die aktive Verwaltung von Daten. Seit vielen Jahren ist er in der Theater- und Kunstwelt aktiv, realisiert Fotos, Videos on stage, Promotionsvideos und Dokumentarfilme. Er beteiligte sich an einem Performance-Dreiakter mit Pia Maria (2018), realisierte So Naked, Kunstinstallation mit Verena Lafargue (2014), arbeitet eng mit der Bieler Freien Gruppe OFFszoen zusammen.

Atelier Pia Maria

Alleestrasse 11
2503 Biel Bienne
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