Morton Feldman's Triadic Memories (1981) - Judith Wegmann Klavier

Im Rahmen der Ausstellung "Zeitspuren - THE POWER OF NOW" (9.9. - 18.11.2918) im Kunsthaus PasquART, interpretiert Judith Wegmann am 19. & 20. Oktober das Solo Klavierwerk Triadic Memories von Morton Feldman in den Ausstellungsräumen.

Solo Klavierwerk - Triadic Memories (1981) – Ein Stück Ewigkeit von Morton Feldmann

Piano: Judith Wegmann

In Feldmans Komposition „Triadic Memories“  verschwimmen die Relationen der Zeit, so dass die Zuhörer in eine neue Welt der Wahrnehmung von Zeit und Klang geführt werden. Mit seinem Aki Takahashi und Roger Woodward gewidmeten »Triadic Memories« hinterließ Feldman den Pianisten ein Werk, das sie die feinsten Klangabstufungen und zartesten Töne bis hinein in ein vielfaches Pianissimo dem Klavier entlocken lässt. Wo es um das Entstehen, Vergehen und Ineinander klingen der Töne geht - in einer Weite der Stille. Nur mit wenigen Tönen beginnt das Werk, wie es der Titel der Komposition beinhaltet, mit einer Dreierkonstellationen von Tönen, die sich im Verlauf des Stückes wie ein Spross zu verzweigen beginnt – aus dem sich die gesamte Komposition entfaltet. Während dem ganzen Werk wird das rechte Pedal des Flügels zur Hälfte gehalten, so dass die Töne ineinander fliessen und auch der angeschlagene Ton noch lange nachhorchen lässt.  „Triadic Memories“ lässt uns erinnern, wieder vergessen, aber auch erahnen vom Kommenden, in einem Zustand wo die Zeit nicht mehr als Zeit wahrnehmbar ist,  - wenn wir uns darauf einlassen – und uns in Staunen versetzt und uns auch erahnen lässt, was Ewigkeit sein könnte.

In Morton Feldmans Werken spielt die Erfahrung von Zeit eine zentrale Rolle.

Gerade in den Werken mit einer Dauer von über 90 Minuten, wird der Zuhörer in eine Welt mitgenommen, wo der Klangraum in der Welt still zu stehen scheint. Ein Raum der uns einlädt, tief in musikalische Strukturen einzudringen – ein Raum, der unsere Ohren soweit sensibilisiert, dass wir zum Hineinhorchen finden, das uns an die Grenze führt, wo das Entstehen und Verschwinden eines Klanges wahrgenommen wird. Seine Musik setzt nach und nach alle Orientierung mehr außer Kraft.  Auf der schier unendlichen Fläche von eineinhalb bis zwei Stunden erscheinen in »Triadic Memories« alle dynamischen Energien auf ein Minimum reduziert; immer wieder verweilen die Klänge, um sich dann wieder leise fortzuentwickeln. 

Feldman; „In langen Werken hat man ganz andere Möglichkeiten als in kurzen - und dass man in langen Werken beginnt zu merken, dass Musik ein Teil des Lebens ist. Man bekommt für die Zeit ein anderes Bewusstsein als bei zwanzig Minuten.“

 

Kunsthaus Pasquart

Seevorstadt 71
2502 Biel Bienne
032 322 55 86
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